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Aus einer Vision wird Realität

Die Augsburger Alt-Katholiken weihen ihre neue Kirche ein

(Augsburg) 118 Jahre nach ihrer Gründung hat die alt-katholische Gemeinde in Augsburg gestern ihr erstes eigenes Gotteshaus feierlich eingeweiht. Bischof Dr. Matthias Ring segnete die neue Apostelin-Junia-Kirche im Augsburger Sheridan-Areal und sagte in seiner Predigt: „Diese Kirche hat die Chance, ein Sehnsuchtsraum für die Menschen zu werden." Zu der Einweihung und dem anschließenden Gemeindefest kamen rund 340 geladene Gäste unter anderem aus Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Der Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl (CSU), sprach in seinem Grußwort angesichts der Tatkraft und dem Engagement der 271-köpfigen Gemeinde von einem „Ort der Zuversicht, an dem man gerne einkehrt" und lobte die Teilhabe der Alt-Katholischen Kirche an der Stadtgesellschaft Augsburg.

„Man tritt ein und der Himmel ist da"

Der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Augsburg, Rolf Settelmeyer, dessen Bank die Alt-Katholiken mit 20.000 Euro für eine Orgel unterstützte, betonte die außergewöhnliche Architektur des Kirchenbaus. „Man kommt in einen modernen, hellen Raum und der Himmel ist da", sagte er. In dem beinahe würfelförmigen Holzraum lenkt kein Fenster den Blick nach außen. Der neun Meter hohe Raum konzentriert sich auf die Mitte und öffnet sich ausschließlich nach oben, zum Himmel. Vier Rundbögen spenden reichlich sanftes Licht. Ingrid Thalhofer, Mitglied des Kirchenvorstandes, lobte den Augsburger Architekten Frank Lattke, der die Gemeinde intensiv durch die dreijährige Planungs-und Bauphase begleitete und den Menschen nichts „Fertiges" vorlegte, sondern sich auf einen gemeinsamen Entwicklungsprozess einließ. „Es war eine wunderbare Erfahrung, wie aus unserer Vision Realität wurde", so Thalhofer. Architekt Lattke ergänzte: „Die Gemeinde steht mit den Füßen auf dem Boden und blickt mit dem Herzen himmelwärts."

Zu den Gästen des Gottesdienstes zählten neben einigen Augsburger Stadträten auch die geistlichen Würdenträger der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-methodistischen, der anglikanischen und der römisch-katholische Kirche. Schon bald könnten bei der Apostelin-Junia-Kirche eigene Glocken läuten - die Essener Alt-Katholiken spendeten drei Glocken.

Bis in die frühen Abendstunden hinein feierten die Alt-Katholiken in zwei Festzelten und auf dem Kirchenhof ihre neue Heimat.  Im Laufe des Nachmittages kamen auch die neuen Nachbarn des Sheridan-Areals und andere Interessierte zu den Kirchenführungen und dem Gemeindefest. Die Alt-Katholiken ernteten zahlreiche Komplimente für ihre neue Kirche. Am Ende eines langen Tages sagte Pfarrerin Alexandra Caspari: „Ich fühle mich überwältigt und müde, aber in erster Linie natürlich total freudig, dass so viele Menschen gekommen sind, um mit uns zu feiern."

Infos:

Eckdaten Apostel-Junia-Kirche:

2009 bis 2012 standen der Augsburger Architekt Frank Lattke und die Gemeindemitglieder der alt-katholischen Kirche im engen Dialog. Heute steht auf dem 1.500 Quadratmeter großen Baugrundstück im Herzen des Sheridan-Areals in Augsburg eine moderne Dreiereinheit aus Kirche, Gemeindezentrum und Wohnhaus. Die Baukosten betrugen 2,3 Millionen Euro. Der von außen schlichte Holzbau erfüllt hohe ökologische Standards und bietet der Gemeinde sowohl Raum für Gottesdienste und Besinnung, als auch für Gemeindefeiern.

Nachhaltig gebaut und selbst gemalert:

Finanziert wurde der Bau durch Spenden und günstige Kredite anderer alt-katholischer Gemeinden. Die Mieteinnahmen der drei gemeindeeigenen Wohnungen sind Teil des Finanzierungskonzeptes. Genau wie die Einnahmen aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Hier unterstützten die Elektrizitätswerke Schönau im Schwarzwald die Gemeinde. Sie versprachen jeden Cent zu verdoppeln, der für die Photovoltaikanlage gespendet wurde. Die Alt-Katholiken sammelten 9.000 Euro und bekamen eine Anlage für 18.000 Euro aufs Dach. Auch Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl unterstützte die Gemeinde: Die Stadt Augsburg stellte Pflastersteine für den Vorplatz der Kirche zur Verfügung und stellte einen Kontakt  zur Stadtsparkasse Augsburg her, die schließlich 20.000 Euro spendete. Nicht zuletzt legten die Gemeindemitglieder selbst Hand an. In rund 1.000 Arbeitsstunden erledigten sie alle Malerarbeiten selbst und verbrauchten 25 Eimer weißer Farbe.

Die Alt-Katholische Kirche

Entstehung in Deutschland:  1870 weigern sich einige katholische Theologen, u.a. die Unfehlbarkeit des Papstes anzuerkennen. Eine Gemeinschaft selbstständiger katholischer Kirchen entsteht.

Besonderheit: kein Pflichtzölibat, seit 1994 können Frauen die Priesterweihe empfangen (Einführung der Frauenordination). Die Gemeinde ist synodal, also demokratisch strukturiert, z.B. wählen die Mitglieder den Pfarrer/ die Pfarrerin. Gleichgeschlechtliche Paare erhalten kirchlichen Segen.

Heute haben die Alt-Katholiken in Deutschland rund 16.000 Mitglieder. Die Gemeinde Augsburg hat 271 Mitglieder in Augsburg und dem angrenzenden Schwaben. Seit einigen Jahren verzeichnet die alt-katholische Kirche einen leichten Zuwachs von Mitgliedern und eine stetige Verjüngung.

Weitere Infos:

augsburg@alt-katholisch.de
www.kirche-baut.de
www.alt-katholisch.de
www.lattkearchitekten.de